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Heldenreise

DER WEG DES HELDEN – EINE METAPHER FÜR PHASEN DER WANDLUNG

Märchen und Mythen haben mich schon meine ganze Kindheit begleitet und mir eine sinnliche und spannende Welt aufgetan. Bis heute hat mich die Faszination dieser bunten Welt nicht losgelassen. Im Rahmen meiner Arbeit untersuche ich tiefere Schichten dieser Märchenwelt. Märchen und Mythen sind uralte Bilder menschlicher Erfahrung, Bilder innerer Entwicklungswege: Sie bergen Hinweise auf den Umgang mit grundlegenden menschlichen Konflikten und Phasen der Wandlung.

Märchen und Mythen handeln oft von Situationen, die den Fortgang des Lebens bedrohen: kleine Kinder werden ausgesetzt, ein ganzer Hofstaat wird in Schlaf versetzt, der König eines großen Reiches erkrankt lebensgefährlich, holde Jungfrauen werden in Türme verbannt oder drohen von Ungeheuern gefressen zu werden. Dies sind Bilder für Phasen der Stagnation und des Sterbens. In Heldengeschichten wird exemplarisch dargestellt, wie sich die Hauptfigur aus dieser Anfangssituation heraus auf den Weg macht und einen Entwicklungsweg einschlägt, der in eine neue, veränderte Lebensituation hineinführt.

Um auf die Chancen, die in einer Krise liegen hinzuweisen, benutze ich das Bild des mythischen Helden, der einen Ruf verspürt und sich auf die Abenteuerreise der Individuation begibt – Entwicklung heißt „Unterwegs-Sein“. Der Weg des Helden beschreibt auch die Krisen und Krankheiten des Menschen, die not-wendigen Abstiege in eine innere Unterwelt und die Prozesse, denen wir im Rahmen einer Therapie begegnen.
Der Psychologe und Mythenforscher Campbell hat es sich in seinem Buch ‘Der Heros in tausend Gestalten’ zur Aufgabe gemacht, das archetypische Grundmuster von Heldenmythen aus aller Welt anhand von vielen Beispielen darzustellen. Das archetypische Grundmuster wird von ihm mit Monomythos bezeichnet. Campbell beschreibt die archetypische Struktur des Monomythos folgendermaßen: “Der Heros verläßt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf, besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg, dann kehrt er mit der Kraft, seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen, von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück“ (Campbell 1978, 36). Die Abfolge entspricht den Übergangsriten – den rites de passage – in ihrem Muster: Ruf/Trennung-Initiation-Rückkehr

Mein besonderes Interesse gilt der kreativen Gestaltung mythischer Stoffe in Kult und Ritual. In Ritualen des Übergangs und Mysterienkulten wurden seit jeher Tanz, Musik und Theater als Form der lebendigen Gestaltung archetypischer Themen genutzt. Im alten Griechenland fanden diese Elemente ihren Niederschlag in der attischen Tragödie und wurden zum religiösen, kulturellen und sozialen Ereignis.
An dieser Stelle kommt Paul Rebilliot, Schauspieler, Gestalttherapeut und Theatermacher ins Spiel. Im EsalenInstitut trafen Campbell und Rebilliot aufeinander. Als Frucht dieser Begegnung entwickelte Rebilliot „Die Heldenreise“, die sich an der Grundstruktur des Heldenmythos orientiert. Eine Art Gestalt-Drama – einen sinnlich betonten, kreativ – theatralen Selbsterfahrungsprozess, den ich 1996 beim Institut für Gestalt und Erfahrung kennenlernen durfte.
Seit 2015 wirke ich selbst wieder mit im Heldenreiseteam.

Unsere Termine 2016:
05.03 – 10.03  / 30.04 – 5.05  / 23.07 – 28.07  / 17.11 – 24.11.2017

Schaut doch mal unter: www.heldenreise.de